Seit über 120 Jahren ist unser Bezirk kleingärtnerisch geprägt. Besonders bedeutsam und Namensgeber der „Gartenstadt Schmargendorf“ ist dabei das Areal zwischen der Forckenbeckstraße im Norden und der Friedrichshaller Straße im Süden. Eingebettet zwischen den Kolonien Oeynhausen und Friedrichshall im Westen sowie der Kolonie Kissingen im Osten, liegt die Kleingarten- und Heimstättengenossenschaft Mannheim e.G. Die Kolonie hat eine Fläche von 70.000m2 und zieht sich als langer schmaler Streifen von Nord nach Süd.
Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages waren die Mitglieder der Genossenschaft aufgefordert bis Ende 2025 über die Zukunft ihrer Kolonie Mannheim abzustimmen. Da weder Bebauungs- noch Grünland- Befürworter die jeweils erforderliche Mehrheit erreichen konnten, soll nun der Bezirk über die Zukunft des Areals entscheiden.
Angesichts des Klimawandels ist der Erhalt unversiegelter Kaltluftentstehungsgebiete wichtiger als eine bauliche Verdichtung. Dies deckt sich mit den fachlichen Vorgaben des Bezirklichen Anpassungskonzeptes an die Folgen des Klimawandels (BAFOK) für Charlottenburg- Wilmersdorf.Die Kolonie Mannheim ist als kritische Fläche für die Klimaresilienz ausgewiesen, da es sich dabei um Grünflächenanteile mit überdurchschnittlich hoher Kaltluftvolumenstromdichte handelt, (Quelle: Klimaanalysekarten 2022 (Umweltatlas)) die die nächtliche Abkühlung dicht bebauter Wohnquartiere sicherstellt. Das Klimaanpassungsgesetz verpflichtet Bund und Länder dazu, die Resilienz der Stadt gegenüber Hitzephasen durch den Schutz, Ausbau und Erhalt von Grünflächen zu erhöhen.
Schon 2015 wurde das wenige Meter entfernte Sportareal um das Stadion Wilmersdorf als hitzebelasteter Bereich eingestuft. Seitdem wurde u.a. das Maximilians Quartier gebaut, was eine zusätzliche Hochstufung nahelegt. Eine Bebauung der Kolonie Mannheim würde zu einer unzulässigen Verschärfung der urbanen Hitzebelastung und einer Zunahme des Wärmeinseleffektes führen. Eine Bebauung würde den gesetzlich verankerten Klimaanpassungszielen widersprechen und zu einer irreversiblen Zerstörung des lokalen Mikroklimas führen, welches auch durch bauliche Ersatzmaßnahmen, wie z.B. Dachflächenbegrünung, nicht kompensiert werden kann.
„Ein Drittel mehr Bäume in den Städten, führt zu einem Drittel weniger Hitzetoten.“ https://www.thelancet.com/journals/lanplh/article/PIIS2542-5196(25)00062-2/fulltext
Im Mai 2014 hatten 77% der Wahlberechtigten in Charlottenburg- Wilmersdorf im Rahmen eines Bürgerbegehrens für den vollständigen Erhalt der Kolonie Oeynhausen gestimmt, aufgrund angekündigter Schadensersatzforderungen konnte das Bezirksamt diesem nicht nachkommen und stimmte einer Bebauung zu. In einem aktuell angestrebten Bürgerbegehren ist mit ähnlichen Ergebnissen für den Erhalt der Kolonie Mannheim zu rechnen, eine Schadensersatzforderung jedoch vertraglich ausgeschlossen. Daher erhoffen wir uns von der Politik, dass die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtigt und irreversible Eingriffe, ohne breiten gesellschaftlichen Rückhalt vermieden werden.
Wir sind eine Bürgerinitiative, die sich Grünländer nennt, und für den Erhalt der Kolonie Mannheim als Gartenland einsetzt. Für jede Art der Unterstützung sind wir dankbar! In den nächsten Tagen starten wir unsere Unterschriften- Aktionen und freuen uns darauf, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Falls Sie regelmäßige Informationen wünschen, sind Sie herzlich eingeladen sich für unseren Newsletter anzumelden.